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Vorhandene Heizung mit Wärmepumpe kombinieren ist das möglich 

Vorhandene Heizung mit Wärmepumpe kombinieren?

Ja, das ist absolut möglich und sogar eine sehr gängige Praxis, die oft als "Hybridheizung"bezeichnet wird.

Besonders im Altbau ist dies oft eine sinnvolle Brückentechnologie, wenn man (noch) nicht komplett auf den alten Energieträger verzichten kann oder will. Die Wärmepumpe übernimmt dabei die Hauptarbeit (Grundlast), während die alte Heizung (Gas, Öl) nur an besonders kalten Tagen oder für Spitzenlasten (z. B. schnelles Aufheizen von viel Warmwasser) einspringt.

Hier ist ein Überblick, was dabei zu beachten ist:

1. Wie funktioniert das technisch?

Man spricht hier von einem bivalenten Betrieb:

  • Wärmepumpe (Master): Sie arbeitet fast das ganze Jahr über und deckt ca. 80–90% des Wärmebedarfs ab, da sie bei milden und mittleren Außentemperaturen sehr effizient ist.

  • Bestehende Heizung (Slave): Sobald die Außentemperatur unter einen bestimmten Punkt fällt (der sogenannte Bivalenzpunkt, oft zwischen -2 und -5 Grad), schaltet sich der Öl- oder Gaskessel dazu oder übernimmt komplett, da er hohe Temperaturen müheloser erzeugen kann.

  • Steuerung: Das Herzstück ist eine hybride Steuerung. Diese entscheidet intelligent, welcher Erzeuger gerade günstiger oder effizienter ist.

2. Voraussetzungen

Damit die Kombination Sinn ergibt, sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Zustand der alten Heizung: Ist Ihr Kessel noch nicht zu alt (z.B. jünger als 15 Jahre) und Brennwert-optimiert? Wenn die alte Heizung in 2 Jahren kaputtgeht, haben Sie ein halbes System, das repariert werden muss.

  • Platzbedarf: Sie benötigen Platz für die Wärmepumpe (Außeneinheit) und im Heizungskeller fast immer einen Pufferspeicher. Dieser ist technisch notwendig, um die beiden Systeme hydraulisch zu entkoppeln und die Wärme zu speichern.

  • Heizkörper: Wärmepumpen laufen am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen (ca. 35–55°C). Testen Sie an einem kalten Tag, ob Ihr Haus auch warm wird, wenn Sie den Vorlauf der alten Heizung auf 50–55°C begrenzen.

3. Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

Sicherheit: Sie haben immer ein Backup, falls ein System ausfällt.

Doppelte Wartung: Sie müssen Schornsteinfeger (für Öl/Gas) und Wartung für die Wärmepumpe bezahlen.

Effizienz im Altbau: Die Wärmepumpe muss sich bei -15 Grad nicht "quälen", das übernimmt der Brenner.

Platzbedarf: Der Technikraum wird voller (Pufferspeicher + Hydraulik).

Geringere Investition: Oft muss am Haus (Dämmung, neue Heizkörper) weniger gemacht werden als bei einer reinen Wärmepumpe.

Fossile Abhängigkeit: Sie sind weiterhin teilweise von Gas/Öl und deren Preisen (CO2-Steuer) abhängig.

4. Thema Förderung (Deutschland)

Das ist ein wichtiger finanzieller Aspekt. Die Förderlandschaft ändert sich häufig, aber aktuell (Stand BEG 2024/25) gilt in der Regel:

  • Die Wärmepumpe selbst wird gefördert (Basis 30% + evtl. Boni).

  • Wichtig: Den sogenannten Klimageschwindigkeits-Bonus (ca. 20%) erhalten Sie oft nur, wenn die alte fossile Heizung komplett entfernt wird. Bei einer Hybridlösung verzichten Sie also meist auf diesen Bonus, erhalten aber die Basisförderung für den neuen, erneuerbaren Teil.

Zusammenfassende Empfehlung

Die Kombination lohnt sich meistens dann, wenn:

  1. Ihr Haus schlecht gedämmt ist und hohe Vorlauftemperaturen braucht.

  2. Ihre Gas-/Ölheizung noch relativ neu (jünger als 10 Jahre) ist.

  3. Sie Angst haben, dass eine Wärmepumpe allein das Haus im tiefsten Winter nicht warm bekommt.

Nächster Schritt: Möchten Sie wissen, wie Sie selbst testen können, ob Ihre aktuellen Heizkörper für eine Wärmepumpe geeignet sind (Vorlauftemperatur-Test)? Das ist oft der wichtigste Indikator, ob Sie den alten Kessel überhaupt noch als Backup brauchen.


Auskunft über Wärmepumpen im Bereich Nürnberg Fürth Erlangen




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