Wärmepumpen - was ist die Alternative ?
- williharhammer
- 20. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Wenn die Wärmepumpe für Ihr Haus nicht infrage kommt – etwa wegen mangelnder Dämmung, fehlendem Platz für das Außengerät oder zu hohen Vorlauftemperaturen im Altbau – gibt es mehrere Alternativen. Seit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) 2024 müssen neue Heizungen jedoch zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Hier sind die gängigsten Alternativen im Überblick:

1. Anschluss an ein Fern- oder Nahwärmenetz
Dies ist oft die stressfreieste Lösung, sofern ein Anschluss in Ihrer Straße verfügbar ist.
Vorteile: Kein eigener Kessel im Haus, kaum Wartungsaufwand, platzsparend.
Geeignet für: Städtische Gebiete und Gebiete mit kommunaler Wärmeplanung.
Kosten: Anschlussgebühren ca. 5.000 € – 15.000 €.
2. Biomasseheizung (Pelletheizung)
Pelletheizungen verbrennen gepresste Holzreste und gelten als CO₂-neutral, da das Holz beim Wachsen die gleiche Menge CO₂ aufgenommen hat.
Vorteile: Hohe Temperaturen möglich (ideal für alte Heizkörper), staatlich gefördert.
Nachteile: Hoher Platzbedarf für das Pelletlager, regelmäßige Ascheentsorgung, Feinstaubemissionen.
Kosten: Anschaffung 20.000 € – 35.000 €.
3. Hybridheizungen (z.B. Gas + Solarthermie / Wärmepumpe)
Hier werden zwei Systeme kombiniert. Eine klassische Gas-Brennwerttherme deckt die Spitzenlast im Winter ab, während ein erneuerbares System (z.B. Solarthermie oder eine kleine Wärmepumpe) den Rest übernimmt.
Wichtig: Um das 65%-Ziel zu erreichen, muss der Anteil der Erneuerbaren groß genug sein.
Vorteile: Hohe Ausfallsicherheit, schrittweise Sanierung möglich.
4. Stromdirektheizungen (Infrarot)
Diese wandeln Strom 1:1 in Wärme um.
Vorteile: Sehr günstig in der Anschaffung (keine Rohre/Heizkörper nötig).
Nachteile: Sehr hohe Betriebskosten.
Gesetzliche Hürde: Nur in sehr gut gedämmten Häusern (Effizienzhaus-Standard) oder als Ergänzung rechtlich zulässig.
Vergleichstabelle der Alternativen
Heizsystem | Eignung | Investition (hoch/mittel/niedrig) | Betriebskosten |
Wärmepumpe | Neubau / Sanierter Altbau | Hoch (aber hohe Förderung) | Niedrig |
Pelletheizung | Unsanierter Altbau | Hoch | Mittel |
Fernwärme | Wenn verfügbar | Mittel | Mittel bis Hoch |
Gas-Hybrid | Bestandsgebäude | Mittel | Abhängig von Gaspreis |
Infrarot | Ferienhaus / Passivhaus | Niedrig | Sehr Hoch |
Was ist mit Wasserstoff (H2-Ready)?
Gasheizungen, die auf Wasserstoff umrüstbar sind, dürfen zwar eingebaut werden, gelten aber als riskante Wette. Es ist noch unklar, wann und zu welchem Preis grüner Wasserstoff flächendeckend für Privathaushalte verfügbar sein wird.
Tipp: Prüfen Sie, ob Sie durch den Tausch einzelner Heizkörper gegen größere Modelle ("Niedertemperaturheizkörper") Ihr Haus doch noch "wärmepumpenfähig" machen können. Das ist oft wirtschaftlicher als ein teures Verbrennungssystem.



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