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Wärmepumpe ohne Photovoltaik sinnvoll

Aktualisiert: 17. Jan.


Ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik richtig ?


Eine Wärmepumpe ist auch ohne Photovoltaik (PV) eine technisch hocheffiziente und ökonomisch oft sinnvollere Lösung als fossile Heizsysteme. Zwar ist die Kombination mit einer Solaranlage ideal, um die Betriebskosten weiter zu senken, doch auch mit reinem Netzstrom übertrifft die Wärmepumpe Gas- oder Ölheizungen in der Gesamtbilanz meist deutlich.

Hier sind die wichtigsten Aspekte für das Jahr 2026 im Überblick:


1. Wirtschaftlichkeit & Betriebskosten

Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom etwa 3 bis 5 kWh Wärme(Jahresarbeitszahl JAZ). Selbst wenn Sie den Strom komplett aus dem Netz beziehen, sparen Sie im Vergleich zu Gas oft über 30 % der Heizkosten.

Kostenvergleich 2026 (Beispiel Einfamilienhaus, 20.000 kWh Wärmebedarf):

Merkmal

Gasheizung (Bestand)

Wärmepumpe (ohne PV)

Energiekosten

ca. 11–13 ct/kWh

ca. 21–25 ct/kWh (WP-Tarif)

Effizienz

~90 %

~400 % (JAZ 4,0)

Jährliche Kosten

ca. 2.400 € – 2.700 €

ca. 1.100 € – 1.400 €

CO₂-Preis-Risiko

Hoch (steigend)

Gering (Strommix wird grüner)


2. Der Hebel: Spezielle Wärmepumpenstrom-Tarife

Wenn Sie keine PV-Anlage haben, ist ein separater Wärmepumpentarif entscheidend.

  • Preisvorteil: Diese Tarife liegen oft 20 % bis 30 % unter dem Preis für normalen Haushaltsstrom, da Netzbetreiber die Wärmepumpe bei Lastspitzen kurzzeitig steuern dürfen (§ 14a EnWG).

  • Voraussetzung: Meist ist ein zweiter Stromzähler oder ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) nötig. Ab einem Jahresverbrauch von ca. 3.000 kWh für die Heizung rechnet sich dieser Mehraufwand fast immer.


3. Staatliche Förderung 2026

Die Förderung für den Heizungstausch ist 2026 weiterhin sehr attraktiv und nicht an eine PV-Anlage gebunden. Über die KfW (Programm 458) sind bis zu 70 % Zuschuss möglich:

  • 30 % Grundförderung für jeden.

  • 20 % Klimageschwindigkeits-Bonus bei Austausch einer alten fossilen Heizung (bis 2028 in voller Höhe).

  • 5 % Effizienz-Bonus für natürliche Kältemittel oder effiziente Wärmequellen (Erde/Wasser).

  • 30 % Einkommensbonus (bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 €).

Hinweis: Die maximale Fördersumme ist auf 30.000 € Investitionskosten gedeckelt, woraus sich ein maximaler Barzuschuss von 21.000 € ergibt.

4. Ökologische Bilanz

Auch ohne eigenen Solarstrom heizen Sie klimafreundlicher. Der deutsche Strommix besteht 2026 bereits zu einem sehr hohen Anteil aus erneuerbaren Energien. Während eine Gasheizung pro kWh Wärme ca. 200–250g CO₂ ausstößt, liegt eine moderne Wärmepumpe (JAZ 4) im Netzbetrieb oft schon unter 100g CO₂ pro kWh Wärme – Tendenz sinkend.

Fazit: Wann lohnt es sich besonders?

Beispielrechnung für die Amortisationszeit in Ihrem speziellen Fall


Um die Amortisation (also den Zeitpunkt, ab dem sich die Anschaffung finanziell gegenüber einer Gasheizung rechnet) zu berechnen, nutzen wir ein realistisches Szenario für das Jahr 2026.

Da ich Ihre genauen Daten noch nicht kenne, habe ich hier eine Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus (ca. 140 m², Baujahr ca. 1995, teilsaniert) erstellt.


Beispielrechnung: Gasheizung vs. Wärmepumpe (Stand 2026)

Grundannahmen:

  • Wärmebedarf: 20.000 kWh pro Jahr.

  • Gaspreis 2026: ca. 14 ct/kWh (inkl. steigender CO₂-Abgabe).

  • Strompreis (WP-Tarif) 2026: ca. 24 ct/kWh.

  • Effizienz (JAZ): 3,8 (1 kWh Strom ergibt 3,8 kWh Wärme).

1. Jährliche Betriebskosten

Posten

Gasheizung (Bestand)

Wärmepumpe (Netzstrom)

Energieverbrauch

22.222 kWh (90% Wirkungsgrad)

5.263 kWh (JAZ 3,8)

Kosten Brennstoff/Strom

3.111 €

1.263 €

Wartung & Schornsteinfeger

ca. 250 €

ca. 150 €

Gesamtkosten pro Jahr

3.361 €

1.413 €

Jährliche Ersparnis durch die Wärmepumpe: ca. 1.948 €

2. Investitionskosten & Förderung

Hier berechnen wir die Differenzkosten. Wir nehmen an, dass Ihre alte Gasheizung ohnehin bald getauscht werden müsste (eine neue Gasheizung würde ca. 12.000 € kosten).

  • Anschaffung Wärmepumpe (inkl. Einbau): 35.000 €

  • Abzüglich Förderung (beispielhaft 55 %): - 19.250 €

  • Netto-Investition für Sie: 15.750 €

(Die 55 % setzen sich zusammen aus 30 % Grundförderung, 20 % Klimageschwindigkeits-Bonus und 5 % Effizienz-Bonus).

3. Die Amortisationszeit

Um zu sehen, wann sich die Wärmepumpe "bezahlt" macht, teilen wir die Netto-Investition durch die jährliche Ersparnis:

15.750€/1.948€≈8,1 Jahre

Fazit: In diesem Beispiel hat sich die Wärmepumpe nach etwa 8 Jahren allein durch die gesparten Energiekosten amortisiert – und das komplett ohne Photovoltaik. Da die CO₂-Preise für Gas nach 2026 voraussichtlich weiter stark steigen, verkürzt sich dieser Zeitraum in der Realität oft noch.

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